Allgemein

Die Kraft der Entscheidung

on
13. Dezember 2016

Wenn wir uns in schwierigen Situationen befinden, scheinen wir oft keine andere Wahl zu haben, als bestimmte Schritte vorzunehmen. Wir fühlen uns manchmal verzweifelt und hoffnungslos, und wir sehen nur eine kleine und begrenzte Zahl an Auswegen. Wir sind geleitet von dem, was wir tun „müssen“ und „sollen“, um das Problem zu lösen.

Doch vielleicht ist unsere Denkweise so gar nicht wahr und unsere Handlungsweise am Ende überhaupt nicht zielführend, sondern nur dazu geeignet, uns in vertrauten und vermeintlich sicheren Gefilden festzuhalten und eine kurzfristige Lösung und Erleichterung zu finden. Vielleicht gibt uns das Unglück gerade die Möglichkeit, tiefer hinzuschauen. Noch mal zu überprüfen. Und auch wahrzunehmen, wo wir durch Ängste und Sorgen geleitet werden, und nicht durch das, was wir tatsächlich wollen und uns wünschen.

In solchen herausfordernden Situationen lade ich Euch ein, einen Augenblick innezuhalten, still zu werden und genau hinzuhören, die inneren Begrenzungen zu hinterfragen. Lasst Euch tief in Euch und in Eure Verbindung zur Erde hineinsinken. Wer mag, kann sich bestimmte Fragen stellen, wie: spricht hier die Stimme der Angst? Würde ich diese Entscheidung auch treffen, wenn ich diese Sorgen und Nöte nicht hätte? Wie fühlt sich meine Entscheidung an? Erfüllt sie mich mit tiefer Freude? Ist das, was ich glaube, wirklich wahr? Wo spricht mein Verstand? Wann erlaube ich meiner Intuition und meiner Seele zu Wort zu kommen? Ist es wirklich unmöglich? Was macht sich in meinem Körper bemerkbar? Möchte ich Heilung und Transformation ermöglichen? Was brauche ich jetzt für mich? und so fort.

Wir sollten uns bewusstmachen, dass wir immer eine andere Entscheidung treffen können und uns dies erlauben dürfen. Und wenn wir diese Kraft für uns beanspruchen, erhalten wir unwahrscheinliche Stärke, unser Leben in einer Weise zu gestalten, die uns entspricht.

Lassen wir uns dagegen von unseren Ängsten und Sorgen leiten, so finden wir auch immer eine Entschuldigung, uns nicht den Herausforderungen zu stellen, die der Weg unserer Seele für uns bereithält. Wir können und dürfen dieses und jenes nicht tun, weil wir ja etwas anderes tun ‚müssen‘ und ‚sollen‘, und weil sonst noch eine viel größere Katastrophe auf uns wartet. Zumindest ist das häufig in unserem Kopf und in unserer Vorstellung so. Und vielleicht ist das Vorgestellte auch tatsächlich eine Möglichkeit. Wahrscheinlich ist aber ein ganz großer Teil davon eine Illusion. Denn woher nehmen wir die Gewissheit zu wissen und zu kennen, was passiert, wenn wir Schritte und Handlungen unternehmen, die wir so noch nie gegangen sind oder ausprobiert haben. Tatsächlich sind wir nicht in der Lage, die Möglichkeiten abzuschätzen, die sich hinter einer anderen Handlungsweise und dem Verlassen unserer Komfortzone verbergen.

Und darum handelt es sich im Wesentlichen. Wir fürchten, etwas Schlimmes könnte passieren, wenn wir unser vertrautes Feld und den uns bekannten Handlungsrahmen verlassen. Auch wenn wir nicht unbedingt das gewünschte Ergebnis erhalten, so haben wir doch das Gefühl einer gewissen Kontrolle über die Situation. Und manchmal sind wir uns nicht einmal darüber bewusst, dass wir eine andere Wahl haben. Wir sind durch unser Umfeld so stark konditioniert und geprägt, dass wir bestimmte Entscheidungen, Wege und Handlungen nie anzweifeln oder gar in Frage stellen. Dabei bringen wir uns darum, unser eigenes Sein, voll und ganz in der Welt auszudrücken und mit ihr zu teilen.

Sprengen wir diesen Rahmen oder bewegen wir uns in diese Richtung, so bringt dies oft tiefe Ängste aus unserem Unterbewussten zutage. Diese sind manchmal so stark, dass wir uns unfähig zum Handeln finden und uns lieber wieder auf unseren sicheren Platz zurückziehen. Bis unsere Seele erneut anklopft und schubst und fragt, ob wir uns wirklich sicher sind, oder die Herausforderung nicht dieses Mal zum Anlass nehmen wollen, über uns selbst hinauszuwachsen.

Die Konfrontation mit unseren inneren Ängsten, die oft mit emotionalen Wunden und Schmerzen verbunden sind, verlangt viel Mut von uns. Stellen wir uns dieser Schattenarbeit, können wir uns jedoch am Ende ein Stück freier wiederfinden und damit in der Zukunft auch freiere, uns entsprechende Entscheidungen treffen und Wege gehen, die uns mehr Freude machen und Erfüllung bringen.

Es verlangt Tapferkeit und Abenteuerlust, keine Frage. Und wir sollten gut für uns sorgen, und uns helfende Unterstützung suchen, wenn wir diese benötigen. Vor allem wenn es herausfordernd, holprig und anstrengend wird. Aber es ist auch ein Akt der Selbstbefreiung, der Selbstliebe, der Selbstbestimmung und eine Rückforderung dessen, was uns sowieso zusteht.

Macht Euch immer wieder bewusst, dass die Kraft der freien Entscheidung, bei uns selbst liegt. Wir haben die Verantwortung, niemand sonst. Aber damit auch die Gelegenheit und die Chance, unser Leben nach unseren Wünschen zu gestalten, und in jedem Moment, eine andere, neue Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidung, die uns zu mehr innerer Klarheit, Freude und Erfüllung führt, die dann auch die entsprechenden Erfahrungen im Außen anzieht. Der erste Schritt beginnt in unserem Innern. Was wir in unserem Innern transformieren und heilen, kann auch im Außen Gestalt annehmen. Und nur, was wir uns selbst geben und erlauben, können wir auch anderen geben und ihnen erlauben.

TAGS
RELATED POSTS

LEAVE A COMMENT

Neueste Kommentare
    Kategorien
    Seelenruf